Der Augenblick

Thomas Glink

Der Augenblick
Material: Halmstad Gneis (Schweden)

 

Zur Entstehung

Die Aussage





Ich möchte dieses Ereignis als Metapher verstanden wissen, als den Augenblick des Erkennens und des Verstehens, dass das Werden und Wachsen genauso schön und bedeutsam ist wie das Aufblühen, und dass, wenn wir immer nur auf etwas in der Zukunft liegendes warten, wir all das Schöne nicht sehen, was uns inzwischen begegnet.
Entweder wir versuchen auf unserer Reise soviel wie möglich zu sehen, zu verstehen und auszuprobieren, oder wir lassen uns einfach treiben, dümpeln dahin, ohne viel von dem zu merken, was uns umgibt. Nur, wenn wir hier und da an einem alten Ast, der ins Wasser ragt, hängen bleiben, schauen wir kurz auf, um zu sehen, wo wir denn schon sind, ansonsten dumpfe, stille Unbeweglichkeit, unbehagliche Behaglichkeit, unter dem Vorwand des Wohlverdienten.
Das Leben ist weder kompliziert noch unkompliziert, weder gerecht noch ungerecht, alles liegt in unseren eigenen Händen, obwohl wir gerne so tun, als wären wir Opfer von irgendwelchen widrigen Umständen. Aber Selbstmitleid und Angst sind keine guten Berater, wenn es darum geht, die Welt zu entdecken.

Zum Material


Darüber hinaus lässt sich dieses Material bildhauerisch sehr gut gestalten, nicht zuletzt deshalb, weil die schöne Farbe und Textur dem Schaffenden immer wieder neue Impulse liefert. Mein Ziel war es, dass sich die Skulptur durch die Wahl der Form, der Farbe und der Bearbeitung, ohne aufdringlich zu wirken, in die umgebende Naturlandschaft einfügt und dennoch bei der Begegnung mit ihr angenehm auffällt und beim Betrachter Interesse weckt, sich mit ihr zu beschäftigen.

Fazit

Trotz aller hier aufgeführten Erklärungen würde ich mir wünschen, dass sich etwas von dem Geist und den Gefühlen, die mich bei der Umsetzung dieser Arbeit begleiteten, in dem interessierten Spaziergänger ohne viele Worte widerspiegeln würden und dass dieser Mensch, egal wie alt er ist oder welche Sprache er spricht, ein Gefühl der Wärme und Hoffnung mit sich weiterträgt, welches dem Moment ähnlich ist, wenn man beispielsweise auf einer Wanderung in winterlicher Landschaft einen aus der dunklen Erde heraus brechenden Krokus (oder anderen Frühlingsblüher) entdeckt. Es wird einem plötzlich klar, dass der Winter sich dem Ende nähert und eine neue Zeit anbricht.
Eben noch wirkt der Krokus etwas fremd und farblich fast unwirklich in seiner Umgebung, aber er lässt unsere Gedanken schweifen, und uns wird bewusst, dass er schon innerhalb kurzer Zeit in eine zu neuem Leben erblühte Landschaft harmonisch eingebettet sein wird.


weiter